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„Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mit noch nicht ganz sicher.“ Ich jedenfalls bin mir ziemlich sicher, dass Albert Einstein sich in diesem legendären Zitat weniger auf die Dummheit Einzelner bezog, sondern vielmehr auf unsere wirklich beeindruckende Fähigkeit, gemeinsam dümmer zu sein als alleine. Wir haben viele gute Gründe, dieses universelle Phänomen näher zu erforschen.

 

Information und Bedeutung

Nachdem ich in Teil 5 dieser Reihe erläutert habe, wie kollektive Dummheit an den Grenzen 1 und 2 des Signalverarbeitungsprozesses stattfinden kann, möchte ich diesmal Grenze 3 näher untersuchen: wenn es darum geht zu erarbeiten, was die Informationen, die einem gemeinsam zur Verfügung stehen, im engeren Sinne bedeuten.

Anfänge sind magisch. Was immer Sie zu Beginn Ihrer neuen Führungsrolle richtig machen, wird sich nachhaltig für Sie und Ihr Team auszahlen. Was immer sie am Anfang verpeilen, vergeigen oder versemmeln, wird sich ebenso nachhaltig negativ auswirken und ist vielleicht gar nicht mehr gutzumachen.

 

Du bist nicht allein …

Da man aber wahrscheinlich nicht alles richtig machen kann, auch wenn man noch so begabt und bemüht ist, wird Ihr neues Leben als Führungskraft erheblich leichter, wenn Ihnen ein erfahrener Mentor oder Coach (m/w) zur Seite steht, mit dem oder der Sie reflektieren, auswerten und vordenken können. Andersherum, wenn Sie ausschließlich auf Ihre eigenen Ressourcen angewiesen sind, wird Ihre Einübung in die neue Rolle deutlich anspruchsvoller und anstrengender.

In Teil 4 habe ich die Struktur des Informationsverarbeitungsprozesses dargelegt, den eine Gruppe durchlaufen muss, um von der Wahrnehmung einer Herausforderung aus dem Außen zu möglichst intelligenten Handlungsentscheidungen fortzuschreiten, und wie sich diese Prozess-Struktur im Diskurs der Gruppen- (oder Organisations-, oder System-) Mitglieder abbildet – mit intelligentem, weniger intelligentem oder flagrant dusseligem Ausgang.

 

Kollektive Dummheit

Da man das Thema ‚kollektiv schlau sein‘ nicht durchdringen oder gar befördern kann, ohne seiner Kehrseite gewahr zu sein, soll es diesmal darum gehen, wie es eine Gruppe anstellen kann, gemeinsam dumm zu sein.
Die Schwellen im kollektiven Meinungsbildungsprozess, an denen das am wirkungsvollsten geht, habe ich in Teil 4 schon benannt:


(1) Wahrnehmung: nachhaltig nichts merken.
(2) Information: irreführende Benennungen verwenden.
(3) Bedeutung: Bedeutungslosigkeit unterstellen (z.B. durch Herunterpriorisieren).
(4) Identität: an überkommenen Selbstkonzepten festhalten.
(5) Handeln: nichts machen.


Was jetzt niemanden mehr überraschen wird: Kollektive Dummheit ist so wenig vom individuellen IQ abhängig wie kollektive Klugheit (Teil 2). Man kann also auch in einer Gruppe von Physikprofessoren richtig dummes Zeug verzapfen.
Wenn es aber nicht am IQ liegt, woran liegt es dann? Im Folgenden will ich einige prägnante Faktoren aufzählen. Sie sind uns allen wohlvertraut, denn wir begegnen ihnen als Mitglieder von Gruppen und Organisationen täglich.

Im dritten Teil dieser Reihe habe ich die erstaunliche Wirksamkeit des Sitzens und Sprechens im Kreis untersucht, wenn es darum geht, in einer Gruppe zu Meinungsbildung und Entscheidungsfindung zu kommen: es vermeidet vorzeitige Polarisierung, es erleichtert faire Gesprächsanteile und repräsentiert Multipolarität.

In diesem Teil möchte ich näher den gegenseitigen Beeinflussungsprozess untersuchen, der in einer Gruppe abläuft, die gemeinsam schlauer ist als ihre einzelnen Mitglieder. Das Paradigma ist hier:
Die ‚Wahrheit‘ liegt nicht in der Mitte.

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© Rainer Molzahn

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