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Im großen, also weltweiten Kontext unserer Beziehungen habe ich im ersten Beitrag dieser kurzen Reihe die globalisierte Matrix von Interdependenz und Konkurrenz betrachtet, und wie diese uns als ‚Global Citizens‘ herausfordert: Wozu sind wir aufgerufen? Diesmal geht es um das Verhältnis von Geben und Nehmen.

Geben und Nehmen

Das Geben und Nehmen zwischen uns ist so unausgeglichen, und so himmelschreiend unfair, wie vielleicht noch niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte, also seit mindestens fünfundachtzigtausend Generationen. Ich bewerte das vor dem Hintergrund der Vorannahme, dass eine faire Balance zwischen Geben und Nehmen ein Erfolgsrezept für gelingende Beziehungen ist. Im Moment besitzen die zweiundvierzig reichsten Menschen der Welt (die kriegt man fast in einen Kleinbus!) den Gegenwert von dem, was die ärmere Hälfte der gesamten Menschen besitzt, also 3,7 Milliarden Leute. Für die brauchte man mehr als vierzig Millionen große Busse, ich habe es ausgerechnet. Vor ein paar Jahren waren es noch zweihundert Leute gegen dreieinhalb Milliarden. In ein paar Jahren sind es dann vielleicht zwölf, oder wie wäre es mit drei? Oder nur noch Jeff Bezos? Soll dies etwa das schwachsinnige vorläufige Endergebnis unserer leidvollen und heldenhaften Entwicklungsgeschichte über zweieinhalb Millionen Jahre sein?

 

Was wir alle schon lange, sehr lange ahnten, haben wir mittlerweile auch vorgerechnet bekommen: Thomas Picketty, ein französischer Ökonom, hat auf der Grundlage einer beeindruckend breiten Datenbasis (-zig Volkswirtschaften über Jahrhunderte) bis ins Kleinste belegt, dass sich Arbeit nicht lohnt: Kapital erzeugt Reichtum, nicht Arbeit. (Das rüttelt natürlich besonders am amerikanischen Traum, und so wird der Autor auch gerade in den USA durch alle Talkshows gereicht.) Diese Tendenz ist seit 400 noch was Jahren ungebrochen, mit einer kleinen Ausnahme zwischen 1945 (Ende Weltkrieg 2) und 1973 (Ölkrise, Pinochet-Putsch in Chile).

Seitdem hat sie wieder enorm an Fahrt aufgenommen – inspiriert durch Milton Friedman und gemanagt durch seine ‚Chicago Boys‘ und andere Adepten. Währenddessen sterben zum Beispiel tausend und mehr Arbeiter und Arbeiterinnen, die in Bangladesch unter unfassbaren Umständen arbeiten müssen, weil ihr Fabrikgebäude in sich zusammenstürzt und alles unter sich begräbt. Damit wir hier unsere T-Shirts für einen Euro fuffzig kaufen können. Die Kollegen und Kolleginnen der Toten von Bangladesch arbeiten immer noch, an vielen Orten der Welt, unter gleich unfassbaren Umständen, auch wenn und solange ihre Fabriken nicht zusammenstürzen. Sklaverei ist wieder ein modernes Wort geworden.

Das Geben und Nehmen zwischen uns allen ist global aus dem Ruder, in beschämendem Ausmaß. Wir müssen darauf gefasst sein, dass der  Konflikt von denen für eröffnet erklärt wird, die mehr darunter leiden. Und das sind sicher nicht wir als die Angehörigen des Mainstreams im idyllischen und privilegierten Auenland …


Wer macht sich zum Anwalt von Fairness und Gegenseitigkeit in unseren jeweiligen und unseren globalen Beziehungen? So dass Geben und Nehmen in einem Verhältnis zueinander stehen, das von beiden Parteien gewürdigt wird?

 

Dies alles steht natürlich auch in Tough Love.

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© Rainer Molzahn

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