Im abschließenden fünften Teil dieser Reihe möchte ich mich noch der Konstellation W>w in der Führungsbeziehung widmen: eine Frau führt eine Frau. Sie erscheint mir (ich bin Mann, also Außenseiter) in der Dynamik zwischen Tough und Love als die interessanteste, und als die förderungswürdigste …

Wenn Sie Chefin einer Mitarbeiterin sind

girlfriendsDie helle Seite: Die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Ihrer Mitarbeiterin wird wahrscheinlich geprägt sein von einer Atmosphäre gegenseitiger Unterstützung, auf der Grundlage einer klaren Bewusstheit der gegenseitigen und gemeinsamen Abhängigkeiten. ‚Weiche Faktoren‘, also menschliche Themen und die systemischen Komplexitäten des Beziehungsgefüges, sind in Ihren Gesprächen willkommen. Teilweise wird es eine große Erleichterung sein und ein Genuss, unter Frauen über diese Dinge offen sprechen zu können, ohne sich dem männlichen Vorwurf ausgesetzt zu sehen, frau sei zu sehr mit „Gedöns“ beschäftigt. Auf der Basis eines solchen Kommunikationsstils lässt sich im besseren Fall eine Führungskultur schaffen, die von Wohlwollen und Achtsamkeit geprägt ist.

Worauf Sie achten sollten: Sie werden nicht mehr überrascht sein. Wenn die gemeinsame Identifikation mit gegenseitiger Unterstützung und Zusammenarbeit sehr stark ist, rücken Konkurrenz, Konflikt und Eigensinn in den Schatten: sie dürfen nicht sein. Dieses Tabu führt dann dazu, dass gegenseitige Konkurrenz, als Frauen und in den Rollen, sich unter der Wasserlinie der öffentlichen Kultur Raum sucht und findet – weil sie öffentlich nicht thematisiert wird, weil sie dort nicht thematisierbar ist. Dafür aber in privaten Gesprächen über abwesende Dritte. Wenn Sie also als Frau mit Tough Love Frauen führen wollen, dann gilt es, die Wasserlinie zu verrücken, indem Sie selbst auch die Konkurrenz, widerstrebende Interessen und die Missgunst untereinander ‚umarmen‘, indem Sie sie anerkennen und einladen. Dadurch nehmen Sie der gegenseitigen Unterstützung und Fürsorge das Zwanghafte und befreien sie so. Und Ihre Mitarbeiterinnen. Und sich selbst.

Die dunkle Seite: Vor lauter systemischer Bewusstheit, vor lauter Bedenken der Folgen des eigenen Handels für alle Beteiligten, kann es passieren, dass Ihr Handlungsvermögen, das zielorientierte Ausnutzen von Freiheitsgraden, sich einschränkt – weil Sie zu sehr bemüht sind, Rücksicht auf alle zu nehmen. Dasselbe Talent bringt analog eine weitere negative Folge mit sich: Klare Ansagen und Entscheidungen, die für einige schlecht sind, werden eventuell vermieden oder übervorsichtig und undeutlich kommuniziert.

Die Tough Love-Frage: Können Sie einen öffentlichen Raum schaffen, in dem es möglich ist, unpersönliche Interessen als solche zu benennen und zu verhandeln? Wenn Ihnen das gelingt – wenn Sie das Tough in die Love bringen können – brauchen Sie wirklich keine Männer mehr in Ihrem Team …

 

All das und noch viel mehr steht natürlich in Tough Love.
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Ein transformatives 2022 wünscht

Bülment 

 

 

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© Rainer Molzahn

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