Im vierten Teil dieser Blogreihe unter der Perspektive ‚Gender-sensitive Führung‘ möchte ich (wie immer kurz, bündig und praxisorientiert) einige Hinweise teilen zur Gestaltung der besonders spannenden Gender-Konstellation w>m mit Tough Love …

 Wenn Sie Chefin eines Mitarbeiters sind

Die helle Seite: Auch hier kann die gegenseitige Ergänzung durch die Wechselwirkung der Unterschiede im Vordergrund stehen, nicht unabhängig, aber auch nicht begrenzt von den hierarchischen Rangverhältnissen. Männer und Frauen erlauben einander im Allgemeinen eher, sich gegenseitig zu beeinflussen, als die mehr von Konkurrenz bestimmten gleichge­schlechtlichen Verhältnisse, und auch mehr, als die streng interpretierten Rollen- und Rang­verhältnisse es definieren würden. Meine Alltagserfahrung zeigt auch, dass Männer wesent­lich häufiger als man vielleicht denkt dazu bereit sind, sich von einer Frau führen zu lassen (Ausnahmen wie die schon zitierte bestätigen letztlich diese Regelhaftigkeit). Schließlich kennt Mann das von seiner Mutter, und das war ja meist nicht die schlechteste Führerin: Ihr lag das Wohlergehen ihres geführten Jungen wie kaum etwas anderes am Herzen, und sie konkurrierte nun wirklich nicht mit einem, sondern applaudierte jedem Fortschritt, jedem Schritt in die Unabhängigkeit. Sie können also auf unaufdringliche und wenig pompöse Art einen sehr tiefen Einfluss nehmen. Wenn Sie den Respekt des Mitarbeiters haben.

Worauf Sie achten sollten: In einer jüngeren Untersuchung der Harvard Business School schnitten Frauen in allen Leadership-Faktoren besser ab als die Männer, außer in einem: ‚Visionary Leadership‘. Da scheinen wir Männer mit unserem unbedingten Fokus auf die Sache und unserer Neigung zu linearen Zukunftsprojektionen immer noch vorn zu liegen – schon hormonell bedingt, wahrscheinlich. Ein sehr anschauliches Beispiel für hohe frauliche Führungskunst, allen sie umgebenden Männern in vieler Beziehung weit überlegen, aber völlig frei von irgendwelchen inhaltlichen Zielvorstellungen, ist natürlich, sie möge es entschuldigen, Angela Merkel: Inhalte? Nie gehört. Alles Gute zum Abschied aus dem Amt, und danke für den Dienst!

Die dunkle Seite: Frauen reagieren manchmal auf die zwischen Männern übliche Konkur­renz damit, dass sie nicht nur mitspielen wollen, sondern sich herausgefordert sehen, doppelt so gut wie die Männer zu werden, in ihrer Fachkompetenz unvergleichlich und also unan­greifbar. Dafür verstecken oder verleugnen sie eventuell ihre emotionale und also bezie­hungskluge Seite. Die könnte nämlich schon wieder verdeckte oder offene Abwertung von der Männerwelt hervorrufen. Das ist dann einerseits ein persönliches Drama, andererseits aber auch ein großer Verlust für alle.

Die Tough-Love-Frage: Wenn Sie eine dominante, aber eher beziehungsorientiert denkende Frau sind: Können Sie in Ihrem Verantwortungsbereich Raum und Gehör geben für kühne und zukunftsweisende, meist völlig unpersönliche Ideen und Konzepte? Sonst sind Ihre Männer vielleicht still, aber unglück­lich, und auf Dauer leidet Ihre Innovationsfähigkeit. Auch dafür scheint der Abschied Angela Merkels aus der Kanzler*innenschaft ein anschauliches Beispiel zu sein …

 

All dies und noch viel mehr steht natürlich in Tough Love.

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© Rainer Molzahn

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