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Tough Love als Führungskunst geht davon aus, dass alle Führungstätigkeit Beziehungsarbeit ist, und dass es genau so auch sein muss, will man verstehen, was Führung im Kern überhaupt ist. Dieses Beziehungs- und Führungskonzept soll in diesem Beitrag im großen Kontext der globalisierten Matrix betrachtet werden:

Der Wert von Beziehungen

 Auf dem globalen Spielfeld sind Beziehungen fast nirgendwo mehr ein kulturelles Konzept, in dem Sinne, wie ich sie hier beschreibe und vertrete, und wie sie ihre Kraft entfalten: auf Respekt und Vertrauen gegründet, mit Erwartungen verbunden,  gegenseitige Rechenschaftspflicht und gemeinsame langfristige Verantwortung nach sich ziehend. ‚Hit and Run‘ ist das aktuelle Motto. Fahrerflucht als Lifestyle-artiges Erfolgsprogramm.

Nimm was du kriegen kannst und setzt dich mit der Kohle rechtzeitig ab, bevor du für die Folgen deines Tuns zur Rechenschaft gezogen werden kannst. Das war mit Sicherheit die Beziehung, die die Mitarbeiter von Lehman Brothers zueinander und zum Rest der Welt hatten. Und die, das sei der Fairness halber gesagt, spiegelt auch nur die Beziehung der Anteilseigner an ihrem Eigentum wider. Die gibt sogar diesen Algorithmus vor. So ist Zeit nicht nur Geld, sondern Geld auch Zeit – eigentlich das Einzige, das man nicht kaufen kann. Die stille Beziehungsdefinition, die dem unterliegt, ist ein geteiltes Einverständnis in die Absage an jede Beziehung:

 

Letztlich bist du allein. Entweder du gehörst zu den Gewinnern, oder zu den Verlierern. Und auch das jeweils nur temporär. Eigentlich gehörst du zu niemand. Für den Rest gibt es Drogen und Sex, oder mit ein bisschen Glück, oder Pech, irgendeine Religion: ‚Wolf of Wall Street‘ als Lebens- und Kulturentwurf. Dann wird schlussendlich die gekaufte Zeit auch nur die Zeit, die man sich borgt, bis man erwischt wird, irgendwann. Ethik handelt ja, neben unseren Beziehungen, auch von den langfristigen Folgen unseres Tuns (die natürlich wieder auf der Beziehungsebene zu uns zurückkommen).

 

Das höchste der Gefühle, das unter solchen Vorzeichen noch als Beziehung denkbar und lebbar ist, ist so eine Art Legionärsbeziehung – zum Ganzen, zum anderen, zu einem selbst. So etwas muss nicht vollkommen unanständig sein, aber jede Gemeinsamkeit ist nur momentan und kalkuliert und den eigenen Interessen als Unternehmer der eigenen Existenz untergeordnet. Denn die Leute, von denen man heute abhängig ist, mit denen man  situativ gemeinsame Interessen verfolgt, sind die gnadenlosen Wettbewerber von morgen. In solchen Beziehungskontexten bleibt schon mittelfristig die Person vollkommen auf der Strecke, also letztlich alle Personen. Weil man nun wirklich gar nichts mehr persönlich nehmen darf. Es gibt keine tiefe Verbindung mehr mit irgendwas oder irgendjemand. Beziehungen wie im Profi-Fußball, wie bei Söldnern: professionell, aber zynisch, abgeschmackt und vereinsamt. Eigentlich emotional verwahrlost, bindungsunfähig, für nichts Echtes mehr irgendetwas Echtes empfindend, für nichts mehr eintretend aus für das eigene sogenannte Fortkommen, guter Begriff eigentlich.

 

Wer tritt dafür ein, dass wir unentrinnbar miteinander verwoben sind, dass wir am Ende des Tages niemanden haben außer uns gegenseitig, und dass, was einem von uns passiert, uns allen geschieht?

 

Dies alles und noch viel mehr findet sich natürlich auch in Tough Love.

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© Rainer Molzahn

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