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Im fünften und abschließenden Teil dieser Reihe möchte ich mich, nachdem ich unsere Interdependenz und Konkurrenz, unser Geben und Nehmen und die Beziehungen zwischen den Geschlechtern betrachtet habe, noch der global gesehen brisantesten Beziehung von allen widmen:

Unser aller Beziehung zur Erde ...

... ist natürlich mittlerweile die absolute Katastrophe. Orbit vermüllt, Pole und Gletscher schmelzen, irrsinnige Mengen Plastik auf dem Meeresboden, Quallen auf dem Vormarsch, aber der Vorgarten ist gepflegt. Diese Beziehung, wenn man das mal technisch so nennen möchte, folgt in gruseliger Ästhetik demselben ‚Hit and Run‘-Motiv, demselben Fahrerfluchtmodell wie die Beziehungsaufnahme, mit der man im Raubtierkapitalismus am erfolgreichsten ist: Raffe zusammen was du zusammenraffen kannst, und sei weg, bevor sie dich erwischen können. Der Unterschied ist nur: Wir können der Erde nicht davonlaufen. Niemand von uns kann im Ernst glauben, es gäbe einen anderen Platz für uns irgendwo im Universum als hier. Und damit sind die Abhängigkeitsverhältnisse klar: wir können gar nicht ohne die Erde, aber die sehr wohl ohne uns – besonders, wenn wir uns so schlecht benehmen.

 

Im erstaunlichen Gegensatz zur nüchternen Klarheit dieser Abhängigkeit sind die Vorannahmen, die unserer Beziehungsaufnahme zur Erde zu Grunde liegen, diese: Die Erde ist ein Supermarkt. Wir sind die Kunden, und damit Könige. Ressourcen sind unbegrenzt, irgendwer wird das Zeug schon liefern, unser Handeln hat keinerlei längerfristige Konsequenzen, die auf uns selbst zurückwirken. Ich weiß das, weil die Hintergrundmusik im Supermarkt mir das zuraunt.

 

Unsere Beziehungsarbeit mit der Erde ist die Art, wie wir wirtschaften. Was wir in dem Prozess des Wirtschaftens von ihr nehmen und ihr geben. Ohne diese Beziehungsperspektive ist übrigens die Ökonomie eine Voodoo-Wissenschaft. Unsere wirtschaftliche Beziehungsaufnahme zur Erde ist zugleich infantil und monströs; es gibt bestimmt einen psychoanalytischen Fachausdruck dafür. Und auch hier die Frage: soll unsere kollektive Entwicklung mit so einer Peinlichkeit ihren Höhepunkt haben? Ich persönlich bin sicher, dass die Beziehung von Großmutter Erde zu uns getrost als Tough Love beschrieben werden kann. Sie hat keine Probleme damit, uns zu konfrontieren. Und umgekehrt?

 

Wer steht dafür auf, dass die Art wie wir wirtschaften unsere Beziehungsarbeit mit der Erde ist, und dass wir endlich mal beginnen müssen, diese Beziehungs-arbeit auf erwachsene Art und Weise zu führen? Also auch unsere ‚Wirtschafts-weisen‘ in diesem Sinne zu fordern?

 

Dies sind einige der globalen Parameter des Spielfeldes, auf dem unser aller Handeln stattfindet. Ohne Zweifel fordern sie uns bis zum Äußersten heraus, und das Ende ist ungewiss. Auf diesem Spielfeld können wir nur bestehen, wenn wir unser Bestes geben, wenn wir unsere Stärken bündeln. Und unsere größte Stärke ist:

 

Wir haben das Bedürfnis und die Fähigkeit, das Recht und die Pflicht, in Beziehung zu treten. Zueinander und zu Himmel und Erde. Jedes System, das wir erschaffen und das diese unsere Verwobenheit und Verantwortung leugnet, verhindert oder erschwert, wie auch immer, ist lebensfeindlich.

 

Dagegen aufzustehen und für unsere Verbindung und Interdependenz einzutreten, braucht Tough Love, und zwar im Quadrat, egal in welcher Rolle. Ich fürchte, liebe Leserin, lieber Leser, es kommt mal wieder sehr auf uns als Personen an. Egal, in welchem Kästchen irgendwelcher Organigramme wir gerade übernachten. Pack’n mer’s!

 

All das und noch mehr steht natürlich auch in Tough Love

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© Rainer Molzahn

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