breaking news from the edge

In diesem vierten und abschließenden Teil zur Pflege Ihrer wichtigsten Arbeitsbeziehung möchte ich Sie mit einer kleinen Reihe von Fragen zu Ihrer Downside-Up-Führungsbeziehung konfrontieren, die Ihnen im besten Falle helfen könnten, sich selbst ein bisschen besser kennen zu lernen – um natürlich glückvoller in die Welt zu wirken …

Fragen zur Selbstkenntnis: ich und mein Boss

Zunächst einmal, nochmals und von Herzen, eine Entschuldigung: Sie werden beim Lesen unweigerlich bemerken, dass ich häufig die (grammatisch) männliche Form benutze. Mich nervt es selbst. Meine Rechtfertigung dafür, nicht unablässig Gender-Sternchen o.ä. zu gebrauchen, ist zweifach: Erstens werden manche Aspekte der Downside-Up-Führungsbeziehung so noch plastischer, um es mal nett auszudrücken. Zweitens wird der Text einfach germanistisch erträglicher. In diesem Wissen, und in dieser Demut:

Wie geht es mir insgesamt damit, überhaupt jemanden zu haben, der oder die mir 'vorgesetzt' ist? Wie gerne, wie ungerne lasse ich mich führen? Wo suche und brauche ich Führung, wo nicht, wo finde ich sie unerträglich?
Wenn ich mein Boss wäre, wie würde ich es wohl finden, mich zu führen?
Wie ist meine persönliche Beziehung zu meinem Chef? Was mag ich an ihm, worin habe ich in ihm Vertrauen? Welche Gefühle erzeugt er insgesamt in mir? Was sagen mir die über ihn, was sagen sie mir über mich? Welche Werte und Überzeugungen scheint er (oder natürlich sie) zu haben? Von welchen Interessen ist er geleitet?
Wie leicht oder wie schwer fällt es mir, in Zweiergesprächen mit mei¬nem Chef Begebenheiten anzusprechen, bei denen ich mich von ihm zum Beispiel nicht fair behandelt gefühlt habe? Bringe ich so etwas überhaupt (noch) zur Sprache, und wenn, dann wie, und wie geht es mir damit?
Wie ist meine Rollenbeziehung zu meinem Chef? Wie sehe ich sein Kommunikationsverhalten, wie läuft unser Zusammenspiel? Wofür respektiere ich ihn besonders, wo sehe ich Grenzen und Schwächen, die es wert wären, ausgeglichen und ergänzt zu werden?
Worin bin ich ganz besonders abhängig von ihm? Worin ist er ganz besonders abhängig von mir, und wem gegenüber?
Wie und womit beeinflusst er mich? Wie schafft er es, oder auch nicht, mich von der Bedeutung von Vorkommnissen, Tatsachen und Zusammenhängen zu überzeugen?
Wie und womit ist er zu beeindrucken und zu beeinflussen?
Wie bewusst bin ich mir darüber, welche Hochstatussignale mein Chef schickt? Wie bewusst bin ich mir über meine eigenen Rangsignale? Gibt es Situationen, in denen ich meinem Chef gegenüber Hochstatus spiele? Welche? Wie sind seine/ihre Reaktionen?
Wer außer mir legt sich noch ins Zeug, ihn zu beeinflussen, und mit welchen Mitteln und in welchen Situationen?
Wie positioniere ich mich in dieser ganzen Matrix der Konkurrenz und Abhängigkeit rund um meinen Chef, in der Konkurrenz mit all den anderen um Einfluss auf ihn? Was ist mein besonderer und unverzichtbarer Beitrag?
Wie ist in all dem unsere ‚Geschlechterlandschaft‘?
Welches ist das ‚Loyalitätsniveau‘ (s.o.), dass ich mir selbst abverlangen möchte in der Beziehung mit meinem Chef, und im Ausmaß des Einflusses, den ich auf ihn versuchen möchte zu nehmen? Was muss passieren, dass ich meine Loyalität zumindest innerlich aufkündige? Was, dass ich es dann doch nicht tue?
Wofür und für wen ist es mir ganz besonders wichtig, meinen Boss zu beeinflussen?
Wie versuche ich gewöhnlich, diesen Einfluss zustande zu bringen, und mit welchem durchschnittlichen Erfolg? Wenn ich erfolgreich bin, aus welchen Gründen? Wenn nicht, ebenso?
Wie gut gelingt es mir, mein Anliegen mit seinem im Interesse des Ganzen zu verknüpfen? Auch in der Argumentation, die er gegenüber seinen Stakeholdern hinlegen muss?

Und als Summe all dessen, im Sinne meines persönlichen und professionellen Wachstums: Was erfahre ich durch all das über mich selbst – über meine Antriebe, meine Absichten und meine Wirkungen? Und wie kann mir das helfen, größere und glückvollere Wirkung zu entfalten?

 

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