breaking news from the edge

In den ersten beiden Teilen dieser Blogreihe habe ich exploriert, welche unterschiedlichen Konfliktlösungsmechanismen sich daraus ergeben, dass die Konfliktparteien hierarchisch unter- bzw. übergeordnet sind. In diesem Teil soll es um die dritte mögliche Konstellation gehen:

Szenario Nummer drei: Sie sind gleichrangig; entweder als Mitglieder desselben Teams oder auf derselben Ebene über Silogrenzen hinweg.

Die wahrscheinlich häufigste Wahl, die Leute treffen, die auf ihrer eigenen Ebene einen Konflikt nicht lösen können oder wollen oder nicht zu können oder dürfen glauben, ist: man eskaliert. Oder man delegiert gegebenenfalls auch und schickt die Fußsoldaten an die Front, wenn man das Privileg dieser Wahl genießt. Die Sache ist nur die: beides wird unter Umständen nicht wirklich gut funktionieren.

Konfliktvermeidung per Delegation geht natürlich gar nicht. Da macht man sich ja richtig schuldig des Missbrauchs abhängig Beschäftigter. Bei der Eskalation die Hierarchietreppchen hinauf ist das etwas komplizierter:
Auch wenn die Eskalation auf einer realistischen Einschätzung beruht, was auf der eigenen Ebene hinzukriegen ist und was nicht, ist das Ergebnis, das man auf der übergeordneten Ebenen zu erzielen versucht, oft nicht gerade das, was man sich erhofft hatte. Zum Beispiel, weil auf dieser Ebene (Beziehungs-)Aspekte ins Spiel kommen, von denen man selbst keine Ahnung hat, keine Ahnung haben kann. Außerdem ist es bei Vorgesetzten generell unbeliebt, mit irgendwelchen Problemen belämmert zu werden, die an sich schon eine Störung darstellen angesichts der Dinge, die man auf seiner Ebene und nach ‚oben’ zu erledigen hat. Am Ende ist dann oft die ‚Lösung‘, die einem geholfen hätte, nicht die, die getroffen wurde. Oder sie ist nicht sinnvoll. Oder so butterweich, dass sie man nach Belieben lesen kann. Oder sie wird sowieso nicht beachtet.
Wie oft will man dann dieselbe Sache wieder und wieder eskalieren?


Es gibt also eine Menge guter Gründe dafür, auf der eigenen Ebene, von Gleich zu ungefähr Gleich, eine pragmatische und belastbare Lösung hinzubekommen. Die kann man dann ja gegebenenfalls eine Ebene höher präsentieren. Dafür muss die andere Partei natürlich mitspielen. Das Erste, was man ihr also verkaufen muss, ist, welche bestechenden Vorteile es für sie und ihre Interessen hat, wenn man zu einer gemeinsamen Lösung gelangt: Win/Win eben. Wenn die andere Partei nicht mitspielt, na gut, okay, dann muss man sich halt auf die Ochsentour der Eskalation begeben. Wenn ja, dann geht es jetzt zur Sache.

 

Dazu mehr im nächsten Teil dieser Reihe. Alles und noch viel mehr steht natürlich in Tough Love. Hier können Sie es direkt bestellen.

 

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