breaking news from the edge

Im dritten Teil dieser Reihe habe ich die erstaunliche Wirksamkeit des Sitzens und Sprechens im Kreis untersucht, wenn es darum geht, in einer Gruppe zu Meinungsbildung und Entscheidungsfindung zu kommen: es vermeidet vorzeitige Polarisierung, es erleichtert faire Gesprächsanteile und repräsentiert Multipolarität.

In diesem Teil möchte ich näher den gegenseitigen Beeinflussungsprozess untersuchen, der in einer Gruppe abläuft, die gemeinsam schlauer ist als ihre einzelnen Mitglieder. Das Paradigma ist hier:
Die ‚Wahrheit‘ liegt nicht in der Mitte.

 

Der Tanz der gegenseitigen Beeinflussung

 

„Die ‚Wahrheit‘ setzt sich nicht durch – sie scheint durch.“ Diese axiomatische Aussage des wunderbaren Hugo Kükelhaus würde ich gerne in diesem Kontext übersetzen in etwas wie:
Gemeinschaftliche Klugheit ist im besseren Falle kein Produkt davon, dass eine Meinung gewinnt und die andere verliert (nicht, dass das nicht auch mal so sein kann). Sie entsteht, wenn man in der Lage ist, die anderen zu beeinflussen – und wenn man den anderen erlaubt, das auch mit einem selbst zu tun. Dafür ist es wiederum nötig, sich nicht überzeugen zu lassen, sondern berühren zu lassen – also Empathie für die andere Meinung zu haben.
Um dies zu ermöglichen, ist es absolut erforderlich, die anderen nicht nur am Ergebnis, sondern am Prozess des eigenen Denkens teilhaben zu lassen – und dies auch von den anderen zu erwarten. Das heißt, sich der Rigorosität zu unterwerfen, die darin liegt, die Geschichte der eigenen Schlussfolgerungen präzise zu erzählen, und es heißt, mit genau dieser Empathie und Präzision den Geschichten der anderen zuzuhören.
Dieser gegenseitige Beeinflussungsprozess ist nur dann in ganzer Schönheit möglich, wenn jede beteiligte Person immer wieder bereit ist, sich aufzurichten und nach vorne zu treten und für die eigenen Schlussfolgerungen zu werben, um dann wieder zurück zu treten, damit Kopf und Herz sich für die Geschichte der anderen öffnen können. Wie Ein- und Ausatmen.

 

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